gaby interview

9 Fragen an Gaby vom myoverlock Verlag

Hej,

schon lange tragen wir dieses Interview mit uns mit, aber irgendwie ist es nie selber Live gegangen. Kännsch, gäll?!
Dabei ist Gaby eine sehr spannende Frau mit einem Fachwissen das nicht so einfach getoppt wird. Ich kenne Gaby ein gutes Jahr und durfte schon viel von Ihr lernen und trank bereits ein paar Kölsch mit ihr 😉

Schaut, hier erfahrt ihr mehr von der Wahl-Malanserin:

  1. Erzähl mir in drei Sätzen was du mit dem Verlag myoverlock alles machst?

  • Nur drei Sätze, ich versuch’s.
    Wie aus dem Namen „Verlag“ schon hervorgeht:
    Ich erstelle und verlege Fachliteratur: Bücher rund um die Nähmaschine, Stickmaschine und Overlock. Weiter bin ich mit viel Herz Kursleiterin und vermittle den kreativen Umgang für Einsteiger und fortgeschrittene Hobbyschneider sowie für Fachpersonal rund um die obigen Maschinen. Zudem gebe ich Spezialkurse für die Digitale Erstellung von Stickprogrammen.
    Darf ich noch einen Satz schreiben 😉
    Für namhafte Firmen werde ich als Freelancerin gebucht. Für diese erstelle ich Fachunterlagen, Schule die Mitarbeiter oder gebe Kurse in deren Filialen oder auf Messen.

 

  1. Und wie ist es dazu gekommen das du genau diese Branche gewählt hast?

  • Nähen gehört zu mir. Schon als Kind hat mich das Nähen begeistert. Später konnte ich mit dieser Fertigkeit eigene Kleider nähen, wie ich Sie in meiner Vorstellung hatte. Oft hat mich die Bekleidung in den Läden nicht angesprochen. Das Nähen ist mein Hobby und mein Hobby habe ich zu meinem Beruf gemacht. Ein Traum, der gelebt noch viel schöner ist, als im Traum.

 

  1. Gaby, magst du dich noch kurz vorstellen?

…ich bin grad nicht sicher ob die 9 Fragen reichen werden… 😉

  • Gelernt habe ich Werkzeugbau. Meine erste Arbeitsstelle war in der Produktion von Nähmaschinen. Damals noch in Karlsruhe-Durlach. Hier habe ich Nähmaschinenteile gefertigt und bin für die Montage mehrerer Komponenten zuständig gewesen.Ich weiss wie die Mechanismen funktionieren.Als eine Stelle im Verkauf frei geworden ist, habe ich mich darauf beworben. So bin ich in den Kontakt mit den Kunden gekommen, was mir grosse Freude bereitete. Ich habe in Schulungen und viel Eigenarbeit alles zu Nähmaschinen, Stickmaschinen und Overlockern gelernt. Auch die Sortiment-Ergänzungen wie Stoffe, Kurzwaren, Nadeln, Garne, Einlagen und Knöpfe gehörten dazu. In der Beratung habe ich gemeinsam mit den Kunden unterschiedlichste Probleme rund ums Nähen gelöst. Bald habe in der zentralen Ausbildungsabteilung gearbeitet und Produkteschulungen für «alles was Sticht» ausgearbeitet und die Händler im deutschsprachigen Raum für den Verkauf geschult.
    Durch meinen Weg – von der Produktion über den Verkauf – habe ich sehr viel Wissen und Erfahrung angeeignet und hatte die Gelegenheit die ganze Palette unterschiedlicher Hersteller kennen zu lernen.
    Dies kommt mir noch heute in meiner täglichen Arbeit zugute.
    Und dann habe ich begonnen Bücher zu schreiben: Overlock, Nähmaschine, Stickmaschine – ich habe sehr viel dazu zu erzählen und mir fällt immer wieder Neues ein.
    Inzwischen gebe ich selbständig Nähkurse und Workshops und mache Näh-Aktionen in Nähmaschinengeschäften und Stoffläden in Deutschland, Österreich und in der Schweiz.

 

  1. Wer besucht deine Kurse? Was sind das für Leute? Und was macht ihr da?

  • Menschen die gerne Nähen und ihre Individualität auch gerne mal zeigen. Leute die mit schönen Stoffen und Materialien arbeiten wollen, um etwas Besonderes zu kreieren. Solche die gerne mehr als nur Standards mit der Nähmaschine, mit der Overlock oder mit der Stickmaschine machen wollen.
    Das Ziel im Kurs kann sein, ein Projekt zu nähen wie: Hose, Bluse, Kleid, Tasche, Accessoires oder Heimtextilien…Stoff trifft Nähmaschine. Als erstes passen wir den Schnitt an. Danach kommt das Zuschneiden. Beim Nähen wählen wir den passenden Stich oder probieren Varianten aus. Die unterschiedlichen Materialien und Arbeitsschritte verlangen unterschiedliche Stiche und Einstellungen in den Maschinen – versäubern, Reissverschluss einnähen, Knopflöcher, Säume, Verarbeitungstipps. Ebenfalls kommen die Werkzeuge zum Einsatz, die das Nähen erleichtern.
    Das Ziel im Workshop kann auch der grundlegende Umgang mit der Maschine sein.Sei es bei einer Overlock: vom Einfädeln bis hin zum Einstellen und Umstellen der Maschine. Die Anwendung der Stiche. Welcher Stich, welcher Faden und Einstellung passt am besten zum ausgewählten Stoff und Arbeitsgang.Bei einer Stickmaschine besticken wir viele Materialien, von dicken Filz bis hin zum zarten Organza. Wir sticken Applikationen und machen Spitzenstickerei. Wir setzen die verschiedenen Stickvliese ein, damit der Teilnehmer die Vielfallt und den Einsatz in der Praxis kennt.
    So komme ich immer wieder zu „privat-Gruppen“, die mich von Kursen kennen und wissen, dass ich die Herausforderung liebe. Es beflügelt mich, mit Fragen, Stoffen, Menschen und Maschinen ein Resultat zu erzielen, das nicht nur meine Kunden verblüfft, sondern auch mich immer wieder von neuem begeistert.

 

  1. Und wie kommen meine Leser in den Genuss deiner Kurse?

  • Die Kurse und Termine können auf meiner Webseite im Bereich Kalender nachgelesen werden. Die Anmeldungen gehen meist über den Veranstalter. Wer privat oder für sein Unternehmen ein Workshop buchen möchte, meldet sich direkt via Kontaktformular bei mir.

 

  1. Woher nimmst du die Inspiration, deine Bücher stetig weiter zu entwickeln?

  • Mich inspirieren die Maschinen, die Stoffe, die Fäden, die Schnitte. Mich inspirieren die Menschen denen ich begegne und Gespräche führe. Mich inspirieren die Kursteilnehmer. Es passiert mir häufig, dass ich immer wieder dieselbe Frage gestellt bekomme. Diese notiere ich mir und nehme das Thema in meine Bücher auf.
    Auch das neue Zubehör das ich für nützlich und passend halte, nehme ich auf und berichte darüber.
  1. Du kommst ja ursprünglich aus Rumänien? Wie hat es dich in die Bündner Herrschaft verschlagen?

  • Mit 20 bin ich nach Deutschland ausgewandert und musste erst einmal die Sprache lernen. Zuhause haben wir ungarisch und rumänisch gesprochen. Karlsruhe ist dann zu meinem Lebensmittelpunkt geworden.
    Vor ein paar Jahren hat mein Mann einen Anruf aus der Schweiz bekommen. Ob er Interesse an einer neuen Aufgabe hätte. Wir haben uns das Unternehmen angeschaut und sofort gewusst: dort wird es uns gefallen. Dann haben wir uns eine Wohnung gesucht.
    Seit 2015 leben wir nun in der Bündner Herrschaft, in dieser wunderschönen Landschaft am Rhein, umgeben von diesen herrlichen Bergen. Dass die Bündner Herrschaft so bekannt und beliebt ist, haben wir erst im Nachhinein festgestellt.
  1. Verrätst du uns, was aktuell auf deinem Nähtisch liegt?

  • Da muss ich ein Geheimnis lüften… Ich arbeite aktuell an einem neuen Overlockbuch. Die Schnitte, die nachher in dem Buch als Bogen drin sind, probiere ich gerade aus. So viel kann ich verraten: es sind Shirts für Herren und Frauen und ein süsses Kleidchen für Mädchen.
  1. Die letzte Frage. Die muss gut überlegt sein! Ich dreh‘ es um: was muss unbedingt noch gesagt sein? Und wo, wenn meine Leser nun noch mehr wissen möchten, können Sie sich informieren?

  • Die neuen Medien sind hervorragend für Information und einen Blick über meine Schultern. Ihr findet mich als myoverlock bei Instagram, Youtube, Facebook, Twitter und natürlich lest ihr ganz viel von und über mich auf meiner Homepage. Hier sind die aktuellen Termine aufgeführt, die Kurse, die Workshops und die Messen. Natürlich freue ich mich immer, wenn mich meine Leser an einer Messe besuchen und ansprechen. Bücher habe ich immer dabei, egal ob Kurs oder Messe, und signiere euch diese auch gerne.

Danke vielmals für die ausführlichen Antworten und für den Blick hinter die Kulissen. Übrigens. Gaby gibt im Herbst ein neues Buch heraus und all’ ihre Kurse findest du hier.

Herzlichst,
Franziska

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.